Seit 1880 gibt es in Zweibrücken den Obst- und Gartenbauverein, der seine Rosenliebe in ständigen Ausstellungen in der Öffentlichkeit demonstrierte. Zum Anlass des 30-jährigen Bestehens des Vereins fand eine große Rosenausstellung statt, dessen Ausstellungskatalog durch die Fachwelt Anerkennung gewann und die Rosenfreunde dazu ermutigte, sich auch an auswärtigen Rosenschauen zu beteiligen. Aufgrund der positiven Erfahrungen durch die erfolgreiche Teilnahme an vielen Rosenschauen kam der Wunsch nach einem eigenen Rosengarten – Rosarium genannt – auf. Der ganze Stolz konnte dadurch auch den Bürgern Zweibrückens präsentiert werden.
Daraufhin wurde am 24.06.1912 der „Verein Pfälzischer Rosenfreunde“ gegründet, dessen Zweck es war „einen Rosengarten zu beschaffen und zu unterhalten, die Rosenzucht zu heben und zu verbreiten, über die sachgemäße Pflege der Rosen zu belehren, Rosenausstellungen zu veranstalten und zu beschicken“.
Diese Gründung bildete die Basis für die Entstehung des Zweibrücker Rosengartens.
Nachdem die Mitglieder den Deutschen Rosenkongress für das Jahr 1914 nach Zweibrücken geholt hatten und der Antrag zur Errichtung eines Rosariums auf dem Gelände des Stadtparks nach mühsamer Überzeugungsarbeit genehmigt wurde, begann die konkrete Planung und Einrichtung des Rosengartens. Die Stadt sprach dem Verein eine Fläche von 26.400 qm zu und versprach, die baulichen Maßnahmen zu übernehmen. Für die Anpflanzung und Unterhaltung des Gartens kam der Verein auf. Die Rosen wurden größtenteils von den Züchtern gespendet. Das Rosarium wurde nach Plänen der Gebr. Siesmaier aus Frankfurt im landschaftlichen Gartenstil gestaltet.

Nach 2 Jahren Bauzeit konnte der Zweibrücker Rosengarten am 20. Juni 1914 schließlich seine Eröffnung durch Prinzessin Hildegard von Bayern feiern. Gleichzeitig fand auch der 29. Kongress des Vereins Deutscher Rosenfreunde hier statt. 42.000 Rosen erblühten dabei im Rosarium.

Bereits sechs Wochen nach der Eröffnung brach der Erste Weltkrieg aus. Der Rosengarten wurde seiner ursprünglichen Form entfremdet und diente als Erholungsort für verwundete Soldaten. Es folgte eine Reihe von Rückschlägen, denn neben den wetterbedingten Missständen kam noch der kriegsbedingte Arbeitskräftemangel hinzu, was dazu führte, dass der Rosengarten nicht in seiner Pracht erhalten bleiben konnte.
In der Nachkriegszeit stand der Rosengarten vor finanziellen Problemen. Die Rosenfreunde mussten sich aus eigenen Mitteln finanzieren, wobei die schleichende Inflation dies noch zusätzlich erschwerte. Zeitgenössische Fotos belegen diese Missstände deutlich. Trotz allem schafften sie durch die Einnahme von Eintrittsgeldern und den Verkauf von Schnittrosen den Wiederaufbau. In den folgenden Jahren wurden Neuanpflanzungen vorgenommen und die Ausstattung erneuert.
1928 kam der Gedanke auf, die Anlage zu erweitern. Er wurde aber erst 1935 anlässlich des 52. Deutschen Rosenkongresses in die Tat umgesetzt. Die Gesamtfläche wuchs von 20.000 qm auf 36.000 qm an und war mit 70.000 Rosen bepflanzt.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde im März 1945 das Rosarium durch mehrere Bombenangriffe zum größten Teil zerstört. Bombentrichter verunstalteten die Anlage. Mit dem Wiederaufbau der Stadt wurden auch die Stimmen zum Wiederaufbau des Rosengartens laut.
1947 begannen freiwillige Helfer mit den Aufräumarbeiten, welche von den Bürgern in Form von Geld- und Sachspenden und von der Stadt durch die Übernahme der Lohnkosten unterstützt wurden. Auch wurde der Rosenverein von alten und neuen Rosenfreunden erneut gegründet und trug von nun an den Namen „Verein der Rosenfreunde Zweibrücken“. Bereits ein Jahr später, 1948, feierte der Rosengarten seine Wiedereröffnung. Auf seiner ursprünglichen Fläche von 36.000 qm wuchsen vorerst 25.000 Rosen.
Doch die Schwierigkeiten nahmen nicht ab. Da der Verein die finanziellen Mittel zur Unterhaltung nicht mehr aufbringen konnte, ging der Zweibrücker Rosengarten 1950 in die Obhut der Stadt über. Somit sollte die Existenz des Rosengartens für die Zukunft gesichert werden. Beschlossen wurde, dass die Stadt als Eigentümer des Grund und Bodens die Kosten der Verwaltung, die Gehälter und die Kosten für den Ausbau des Rosengartens trägt, während der Verein die Pflege und Erhaltung des Gartens im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Mitgliedsbeiträgen übernimmt.
Die Leitung des Rosengartens wurde 1951 vom Stadtgarteninspektor Oskar Scheerer übernommen. Scheerer war ein moderner Gartengestalter seiner Zeit, geprägt durch Kontakte zu Karl Förster, dem Staudenfachmann.
Der Garten erfuhr ab dann eine Umgestaltung und Vergrößerung nach den Plänen von Oskar Scheerer. Hier achtete er vor allem auf die Kombination der Rosen mit Gehölzen, Stauden und Einjahresblumen, verbunden durch Gestaltungskonzepte der 50er und 60er Jahre.
Seit dieser Zeit bietet der Rosengarten ein internationales Sortiment. Neben fast allen deutschen Züchtungen ist Frankreich besonders stark vertreten, aber auch Benelux-Länder, England, Australien, Neuseeland und die USA wurden nicht vergessen.
Nachdem Oskar Scheerer erkrankt war, trat der Gartenbauingenieur Eckhard Ost 1968 in seine Fußstapfen. 1971 verstarb Oskar Scheerer, ihm zu Ehren gründete man ein Jahr später die „Oskar Scheerer Stiftung“. Dieser Verein unterstützte die Verwirklichung der Scheerer-Idee eines „Lebenden Rosenmuseums“ in Form des Wildrosengartens, der bis heute fortbesteht.
Seine größte Ausdehnung erreichte der Rosengarten 1972 mit 50.000 qm. Diese Erweiterung viel jedoch einige Jahre später dem Bau eines Hotels zum Opfer, dem jetzigen „Hotel Rosengarten am Park“.
Viele Aktivitäten rund um die Rose nahmen mit Herrn Ost ihren Anfang. Bis heute finden Seminare für Gartenliebhaber statt und führen Interessenten aus ganz Deutschland nach Zweibrücken. Des Weiteren werden Kurse zu den Themen Schnitt, Pflege und Verwendung der Rose organisiert.
1997 übernahm Gartenbauingenieur Stefan Hell die Leitung. Die Zeit von 1999 bis 2009 war durch Bautätigkeit geprägt. Die Konzertmuschel der 70er Jahre wich einer modernen Bühnenanlage , der alte Betriebshof wurde erneuert und der Eingangsbereich erfuhr eine moderne Umgestaltung in Glas und Stahl.
Im April 2011 ging die Verwaltung des Rosengartens von der Stadt Zweibrücken an den Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken über. Die gärtnerische Leitung wurde Herrn Heiko Hübscher übertragen.
Im Jahr 2014 feiert der Rosengarten Zweibrücken sein 100. Jubiläum. Die Planungen hierfür sind schon voll im Gange. Die Anlage erstreckt sich heute über eine Fläche von 45.000 qm. Das Rosensortiment, welches unter anderem durch die Bautätigkeit auf etwa 1.300 Sorten zurückging, wächst wieder. Ziel sind 2.000 Rosensorten vereint mit den bereits vorhandenen 800 Staudensorten und 250 sonstigen Gehölzen.
Nach wie vor ist der Rosengarten nicht nur eine botanische Sammlung und Ideenschau der Gartengestaltung, sondern ebenso Schauplatz verschiedener kultureller Veranstaltungen. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von Klassik Open Air über Picknick im Park bis hin zu Seminaren von und für Rosenliebhaber. Die ständigen Umgestaltungen in den Themengärten und Neuheiten aus der Rosen- und Staudenzucht, sowie die Wechselflorbeete machen den Rosengarten Zweibrücken jedes Jahr aufs Neue zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Literatur:
Legner, Gisela (1989): Kleine Chronik des Vereins der Rosenfreunde Zweibrücken e.V. Zweibrücken: Verein der Rosenfreunde Zweibrücken.
Legner, Gisela; Legner, Christoph (1997): Rosenjahre. Von der Entstehung der Rosengärten in Zweibrücken ; Europas Rosengarten, Wildrosengarten, Rosenweg ; erschienen aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Oskar-Scheerer-Stiftung. Zweibrücken: Verein der Rosenfreunde.